Gerichtliche Entwicklungen ermöglichen Rückforderungen bei Verlusten aus unzulizenzierten Online-Glücksspielen vor dem Jahr 2021

Sofia Schulz · Jun 20, 2026

Gerichtliche Entwicklungen ermöglichen Rückforderungen bei Verlusten aus unzulizenzierten Online-Glücksspielen vor dem Jahr 2021

Gerichtssaal in Deutschland mit Fokus auf Glücksspielrecht und aktuelle Urteile

Ein Beitrag einer deutschen Kanzlei beleuchtet anhaltende Gerichtsentscheidungen, durch die Spieler Nettverluste von unzulizenzierten Online-Glücksspielanbietern wie Tipico zurückfordern können, sofern diese Anbieter vor dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 tätig waren, und diese Entwicklungen basieren auf der Ungültigkeit von Verträgen unter dem früheren GlüStV 2012.

Das Oberlandesgericht Köln bestätigte eine Entscheidung des Landgerichts Aachen vom 16. Januar 2026, die eine Rückerstattung in Höhe von rund 25.600 Euro anordnete, während das Gericht die Verträge als nichtig einstufte, weil die Anbieter ohne erforderliche Lizenz operierten und die Spieler somit Ansprüche auf Basis zivilrechtlicher Regelungen geltend machen konnten.

Hintergründe der aktuellen Rechtsprechung

Beobachter stellen fest, dass mehrere Instanzen in Deutschland seit Jahren über ähnliche Fälle entscheiden und dabei auf die Unwirksamkeit von Verträgen abstellen, die unter dem GlüStV 2012 geschlossen wurden, und diese Linie führt dazu, dass Spieler ihre Einsätze minus etwaiger Auszahlungen zurückverlangen, weil die damaligen Angebote gegen geltendes Recht verstießen und somit keine wirksame Grundlage für die Geschäfte bildeten.

Das Oberlandesgericht Köln folgte in seinem Urteil der Vorinstanz und wies die Berufung des Anbieters zurück, wobei es die Argumentation stützte, dass absolute Verjährungsfristen für Verluste aus dem Jahr 2016 erst mit Ablauf des Jahres 2026 enden, und diese Frist gibt Betroffenen noch Zeit, ihre Ansprüche geltend zu machen, bevor sie verjähren.

Der bevorstehende EuGH-Termin und seine Bedeutung

Am 16. April 2026 steht eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs in der Rechtssache C-440/23 an, die sich mit Fragen der Haftung und Rückforderbarkeit bei grenzüberschreitenden Glücksspielangeboten befasst, und diese Verhandlung könnte die nationale Rechtsprechung in Deutschland beeinflussen, weil sie klärt, inwieweit EU-Recht nationale Verbote und daraus resultierende zivilrechtliche Folgen überlagert.

Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die EuGH-Entscheidung möglicherweise Auswirkungen auf laufende Verfahren hat, während nationale Gerichte bis dahin weiterhin auf der Grundlage des GlüStV 2012 urteilen und Spieler ihre Nettoverluste einklagen, wobei die Frist Ende 2026 für viele Fälle aus dem Jahr 2016 eine entscheidende Grenze darstellt.

Symbolische Darstellung eines Gerichtsverfahrens zu Online-Glücksspielverlusten in Köln

Die Kanzlei betont in ihrem Beitrag, dass die aktuelle Rechtslage Spielern ermöglicht, Ansprüche gegenüber Anbietern wie Tipico durchzusetzen, sofern die Spiele vor 2021 stattfanden, und sie verweist dabei auf das Urteil des Oberlandesgerichts Köln als Beispiel dafür, wie Gerichte die Ungültigkeit der Verträge konsequent anwenden und Rückzahlungen anordnen.

Verjährungsfristen und praktische Hinweise für Betroffene

Absolut verjähren Ansprüche aus dem Jahr 2016 mit dem 31. Dezember 2026, während relative Fristen bereits früher ablaufen können, und diese zeitliche Begrenzung veranlasst viele Spieler, ihre Unterlagen zu prüfen und gegebenenfalls Klage einzureichen, bevor die Fristen endgültig ablaufen und keine weiteren Schritte mehr möglich sind.

Gerichte in anderen Bundesländern haben ähnliche Entscheidungen getroffen, wobei sie auf die gleichen zivilrechtlichen Grundlagen zurückgreifen, und die Entwicklung zeigt, dass die Rückforderung von Verlusten bei unzulizenzierten Angeboten vor dem neuen Staatsvertrag auch in Zukunft eine Rolle spielen wird, bis der EuGH im April 2026 Klarheit schafft.

Im Juni 2026, also nach der EuGH-Verhandlung, könnten weitere Urteile nationaler Gerichte folgen, die die April-Entscheidung umsetzen oder ergänzen, und Betroffene, deren Verluste aus 2016 stammen, müssen bis Jahresende aktiv werden, um ihre Ansprüche nicht zu verlieren.

Ausblick auf weitere Verfahren

Das Urteil des Oberlandesgerichts Köln vom Januar 2026 wird als wegweisend betrachtet, weil es die Position des Landgerichts Aachen bestätigt und damit eine klare Linie für vergleichbare Fälle vorgibt, während die anstehende EuGH-Entscheidung die europäische Dimension beleuchtet und möglicherweise neue Maßstäbe setzt, die auch über deutsche Grenzen hinaus Wirkung entfalten.

Spieler, die zwischen 2012 und 2021 bei Anbietern wie Tipico gespielt haben, können ihre Nettoverluste geltend machen, solange die Verjährung nicht eingetreten ist, und die Kanzlei rät dazu, rechtzeitig Beratung einzuholen, um die Fristen im Blick zu behalten und notwendige Schritte vor Ablauf des Jahres 2026 einzuleiten.

Conclusion

Die geschilderten Gerichtsentscheidungen und die bevorstehende EuGH-Verhandlung zeigen, wie sich die Rechtslage zu Rückforderungen bei unzulizenzierten Online-Glücksspielen vor 2021 weiterentwickelt, und Betroffene haben bis Ende 2026 noch die Möglichkeit, ihre Ansprüche aus dem Jahr 2016 durchzusetzen, während die Entscheidung vom 16. April 2026 weitere Klarheit bringen könnte. Die Mitteilung der Kanzlei fasst diese Aspekte zusammen und unterstreicht die Bedeutung der verbleibenden Fristen für zahlreiche Spieler.